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ARCHIV            DRK - Kreisverband Gelnhausen e.V.
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Drei Jahre Migrationserstberatung (MEB) in Hessen – Neues Konzept ist angekommen

Auf der Grundlage des neuen Zuwanderungsgesetzes hat das Deutsche Rote Kreuz in Hessen seit dem 01.01.2005 die Trägerschaft für sieben Migrations-erstberatungsstellen (MEB) übernommen.


Mit ihrem Beratungsangebot für Migrantinnen und Migranten sollen sie diese zum selbständigen Handeln im täglichen Leben in Deutschland befähigen.
Denn es ist für viele Menschen, die ihr Heimatland verlassen haben, eine große Herausforderung in einem vorerst noch fremden Land, Fuß zu fassen.
Wohnung und Arbeit müssen gefunden werden, ebenso gilt es, sich im Behördendschungel zurecht zu finden.
Sprachprobleme erschweren oftmals die Bewältigung der zahlreichen Anforderungen und verunsichern die Menschen bei der Kontaktaufnahme zur einheimischen Bevölkerung.
Täglich erleben die Berater und Beraterinnen, wie wichtig gerade die persönliche Ansprache und aktives Zuhören sind. Für die Migranten und Migrantinnen sind sie oftmals die ersten einheimischen Gesprächspartner.
Damit sind die MEB im DRK Hessen, die ersten Anlaufstellen, die die notwendigen Integrationsschritte der Migrantinnen und Migranten unterstützen.
Zu ihren Aufgaben gehört neben einer bedarfsorientierten Einzelfallbegleitung zu den individuell notwendigen Integrationsschritten, auch die Begleitung während der Teilnahme an einem Integrationskurs, die Unterstützung in Krisensituationen oder die Begleitung bei schwierigen Behördengängen.
Die Beratungsstellen können grundsätzlich von allen erwachsenen Migrantinnen und Migranten in Anspruch genommen werden. Das Angebot ist kostenlos und freiwillig und richtet sich an alle Ausländer und Spätaussiedler, sowie deren Angehörige.

Mit dem Inkrafttreten des neuen Zuwanderungsgesetzes knüpft das DRK mit seinen MEB an die jahrzehntelangen Erfahrungen in diesem Arbeitsbereich an. So waren die meisten der hauptamtlichen Beraterinnen schon vor 2005 in der Aussiedlerberatung, der gemeinwesen- orientierten Integrationsprojektarbeit und der interkulturellen Sozialarbeit des DRK Verbandes tätig.
Zu den sieben Kreisverbände, die derzeit Migrationserstberatung anbieten, gehören die Kreisverbände Bergstraße, Büdingen, Darmstadt-Stadt, Frankenberg, Friedberg, Gelnhausen und Kassel - Wolfhagen.
Für die Koordination und Fachaufsicht ist Gudrun Ornth-Sümenicht vom DRK Landesverband in Wiesbaden, zuständig.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das die Beratungsstellen finanziell fördert und durch Regionalkoordinatoren begleitet, hat dieses professionelle Beratungsangebot an die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege übertragen. Weiterhin regelt die Bundesbehörde die Aufgaben und Tätigkeitsschwerpunkte der MEB.
Um Migrantinnen und Migranten einen guten Start zu ermöglichen und ihr Recht auf aktive Teilnahme am sozialen Leben zu gewährleisten, müssen Grundlagen, auch im eigenen Verband und bei den Regeldiensten Voraussetzung sein.
Wie vielschichtig die Umsetzung dieses Auftrages ist und welche Hürden dabei überwunden werden müssen, das wissen die qualifizierten Berater und Beraterinnen gut.
Vielfältige Projekte haben sich aus der Migrationsarbeit in unseren DRK Kreisverbänden entwickelt.
Dies konnte aber nur durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kommunen, Ausländerbehörden, Wohlfahrtsverbänden und den Migrantinnen und Migranten selbst, gelingen.
So freut sich Susanne Hagen vom DRK Kreisverband Bergstraße über den Start des interkulturellen Tanzprojektes "Integration in Bewegung", das in Kooperation mit dem Ausländer- und Migrationsamt entstand.
Ebenfalls aktuell zeigen die Netzwerkpartner der Wohlfahrtsverbände, Integrationskursträger und des Ausländeramtes die Aufgaben und Angebote der Migrationsdienste im Kreis Bergstraße in der gemeinsam konzipierten Ausstellung „International kommt an!“
Neben der Beratungs- und Netzwerkarbeit blickt Gabriele Wiemer vom KV Gelnhausen auf eine erfolgreiche Integration von Migrantinnen, die sich vom DRK Landesverband als Kursleiterinnen für Seniorengymnastik ausbilden ließen und nun 4 Gruppen Seniorengymnastik im DRK Gelnhausen und Bad Orb anbieten.
Im Wetteraukreis hat sich der DRK Kreisverband Friedberg unter der Leitung von Sezgin Yilmaz mit drei Veranstaltungen an der bundesweiten interkulturellen Woche beteiligt.

Auf Initiative des Kreisverbandes Friedberg hat die Fachgruppe Migration und Gesundheit 2007 seine Arbeit aufgenommen.
Danuta Schedina vom DRK Kreisverband Büdingen und Bozena Petzold vom DRK Kreisverband Kassel-Wolfhagen berichten über gut funktionierende Kleiderkammern, die von ehrenamtlichen Migrantinnen geleitet werden. Auch im DRK KV Kassel-Wolfhagen findet eine aktive Beratungs - und Netzwerkarbeit statt.
Weiterhin sind die DRK Kreisverbände Büdingen und Friedberg nicht nur Sprecher des Netzwerkes Migration im Wetteraukreis sondern haben auch die Federführung des Arbeitskreises Integrationskurse in der Wetterau übernommen.
Angela Neuhaus vom DRK Kreisverband Frankenberg freut sich besonders über das Projekt „Elternkompetenz stärken“, welches sich an Migranteneltern von Kindergarten und Grundschulkindern richtet. Inzwischen gibt es 4 Gruppen die von 2 Mitarbeiterinnen und einigen Lotsen betreut werden.
Riza Yilmaz vom DRK Kreisverband Darmstadt-Stadt berichtet über die erfolgreiche Netzwerkarbeit in Darmstadt. Zur Förderung der Integration/Arbeits- integration von Menschen mit Migrations-hintergrund haben die Migrationserst-beratungsstellen, der Jugendmigrationsdienst und die ARGE-Darmstadt eine Kooperationsvereinbarung unter- schrieben.
Darüber hinaus sind aber alle Beratungsstellen aktiv in den regionalen Netzwerken für Migration mit eingebunden und waren maßgeblich an deren Aufbau beteiligt.
Damit gehört die Mitarbeit in diesen kommunalen Netzwerken ebenso zu den Aufgabenbereichen der MEB. Eine weitere wesentliche Aufgabe besteht in der interkulturellen Öffnung der Regeldienste.

Nach drei Jahren Migrationserstberatung in Hessen kann hier durchaus eine positive Bilanz gezogen werden. Die o.g. Beispiele weisen sehr anschaulich auf die konkrete und vielfältige Arbeit der MEB hin und lassen ein hohes Engagement erkennen
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Text:Susanne Hagen, Dipl. Sozialpädagogin
Gabriele Wiemer, Sozialarbeiterin grad.
19.01.2008

 

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