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Die Aktiven der Jugendrotkreuzgruppe Biebergemünd stellten eine Unfallsituation nach, bei der eine Skaterin gestürzt war. Ihre “Verletzungen” an den Knien und Händen waren täuschend echt geschminkt. Ein weiteres Mädchen erlitt einen Schock. Ein Helfer setzte den Notruf ab, die anderen kümmerten sich sofort fachgerecht um die beiden Mädchen. Im Anschluss referierte Karl Eyerkaufer, der sich seit über fünf Jahren persönlich um das Hilfsprojekt des Main-Kinzig-Kreises in Beruwala/Sri Lanka kümmert, über die Nachhaltigkeit von Hilfsprojekten. “Der Einsatz des Roten Kreuzes in der Welt erfüllt einen sehr hohen Anspruch”, hob Eyerkaufer hervor. “Das Rote Kreuz hat sich eine hohe Glaubwürdigkeit in vielen Ländern erarbeitet.” Er erinnerte an die Folgen des Tsunami, der am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 Tod und Verwüstung hinterließ. Das Rote Kreuz habe mit 147 Projekten vor Ort den größten Hilfseinsatz nach Ende des Zweiten Weltkriegs gestartet. Die Rotkreuz-Helfer aus Deutschland seien sehr gut auf ihren Einsatz vorbereitet gewesen. “Man muss über die Situation in einem Land Bescheid wissen, um effektiv handeln zu können”, machte Eyerkaufer deutlich. Wer das nicht beachte, der müsse zwangsläufig scheitern. Das DRK habe nach dem Tsunami mit 125 Millionen Euro den höchsten Spendenbetrag in der Geschichte erhalten. In den ersten Wochen seien 15 Flüge mit dringend benötigten Materialien durchgeführt worden. Nach den Soforthilfsmaßnahmen bei Katastrophen kaufe das Rote Kreuz die benötigten Materialien direkt im betroffenen Land, um die Wirtschaft zu stärken. Beim Aufbau von Krankenhäusern dürften die Helfer auf keinen Fall das vorhandene Gesundheitswesen vor Ort diskriminieren und den Menschen europäische Standards verordnen. “Wir dürfen bei der Hilfe nicht in bestehende Systeme des Landes eingreifen.” Wichtig sei es zudem, stets die Selbsthilfe der Bewohner zu aktivieren. Derzeit werde ein Holzhaus-Projekt durchgeführt. Mit Hilfe von Spenden werde das Material für Fischerhäuser beschafft. Für den Aufbau seien die Fischer selbst zuständig. “Wir bilden Handwerker aus und schaffen damit lokale Kapazitäten.” Damit Hilfsprojekte nachhaltig wirken könnten, sei auch die Koordination mit staatlichen Stellen unerlässlich. Es werde noch viele Jahre dauern, bis sich die betroffenen Länder von den Folgen des Tsunami erholt hätten. Deshalb habe das DRK den Slogan entwickelt: “Die Flut geht – wir bleiben”. Dr. Sascha Raabe sprach Eyerkaufer Anerkennung für sein Engagement aus. “Nachhaltigkeit ist das Entscheidende” betonte er. “Jeder Euro, der an das Rote Kreuz gespendet wird, ist eine gute Investition.”
Text und Fotos: Ruth Wölke
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